Bürgernahe Politik vor Ort, Ehrlichkeit und Transparenz

Ein Symbol für Toleranz und gegen Diskriminierung

foto-fahne-rathaus2Bunter als Schwarz-Rot:
Das kurzzeitige Flattern der Regenbogen-Fahne vor dem Rathaus am Konrad-Adenauer-Platz erregt die Gemüter. Frank Samirae Stadtrat von der Bürgerpartei GL (BGL) hatte die Flagge – ein Symbol für Toleranz und gegen Diskriminierung – am Wochenende des Christopher Street Day in sein Fenster im Rathaus gehängt. Bürgermeister Lutz Urbach wollte dies nicht akzeptieren. Auf Anweisung von Stefan Dekker (Bürgermeisterbüro), verschafften sich bereits zwei Tage später Verwaltungsmitarbeiter Zutritt zu Samirae’s Büro und entfernten ohne weitere Rücksprache die Fahne kurzerhand. „Mit diesem Zeichen von Intoleranz positioniert sich Bergisch Gladbach als rheinisches Schlusslicht in den Fragen der Gleichstellung“, erklärt BGL-Pressesprecher Dirk Sonntag am Dienstag.

„Ich kann mir nur vorstellen dass unser Bürgermeister die Fahne lieber offiziell vor dem Rathaus an den freien Mast hissen will.“ – meint Samirae. „Eine Regenbogenfahne in der Woche des CSD hätte mit Spenden finanziert werden können. Das Geld ist aber hier nicht das eigentliche Problem. Die Dauerbeflaggung mit den Fahnen von Bergisch Gladbach, NRW und Europa sollte sich auch mit einer Regenbogenfahne vor dem Rathaus für ein paar Tage im Jahr vertragen.“ – so Samirae weiter.

Der Bürgermeister hatte bereits am Sonntag per Facebook in aller Öffentlichkeit angedroht, dass er Samirae ein anderes Büro im Rathaus zuweisen wolle, falls so etwas nochmal vorkommen würde. Was in Bergisch Gladbach mit Konsequenzen belegt werden soll, ist in der Metropole Köln schon eine Selbstverständlichkeit. In Köln hisste man ganz offiziell die Regenbogenflagge vor dem Rathaus und an den Bezirksrathäusern aller Stadtteile.

„Das Hauptproblem ist der fehlende politische Wille“, stellt Frank Samirae fest. „Das ungeschickte Agieren des Bürgermeisters ist meiner Meinung nach sehr zu Bedauern.“ Toleranz und Gleichberechtigung blieben für die Stadt Bergisch Gladbach „eine leere Floskel“. Wer die Regenbogenfahne des Christopher Street Day (CSD) vom Rathaus hole, begehe einen Affront gegen alle, die sich für ein modernes Bergisch Gladbach engagierten und ein klares Zeichen gegen Homophobie setzen wollen. Samirae hatte mit der Aktion seine Solidarität mit dem CSD an diesem Wochenende in Köln bekundet.


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