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Krankenstand bei der Stadt „unbekannt“

Einige Bürger baten uns, den Krankenstand in der Stadtverwaltung näher zu betrachten. Warum? In gefühlten 80% der Fälle erreichten sie in der Stadtverwaltung den zuständigen Sachbearbeiter nicht. Wenn man dann endlich einen Vertreter erreicht hat, wird meistens auf „Krankheit“ verwiesen.

 Unsere Anfrage vom 15. Juni 2014 an den Bürgermeister lautete:

“Wie viele Personen sind in der Stadtverwaltung tätig? Wie war der Krankenstand in den letzten fünf Jahren?”

Die Antwort des Bürgermeisters vom 15. August 2014 lautete:

“Der Krankenstand der Verwaltung ließ sich in den vergangenen Jahren durch die eingesetzten IT-Systeme nicht abschließend ermitteln. Die Verwaltung hat entsprechende Aufwendungen vorgenommen, um diese Kennzahlen auch für die interne Steuerung nutzbar zu machen. Hierzu bedarf es noch verwaltungsinterner Abstimmungen. Der zuständige Haupt- und Finanzausschuss wird zu gegebener Zeit informiert.”

Aus Sicht der Bürgerpartei ist dies enttäuschend. Die Bürgerpartei GL kritisiert:

Krankenstände können aus den unterschiedlichsten, nachvollziehbaren Gründen herrühren. Ursachen können Infektionen sei, körperlich und psychisch erschwerende Arbeitsbedingungen, Mobbing und innere Kündigung. Der Antwort des Bürgermeisters zu diesem Problembereich war nicht einmal die Anzahl der betroffenen Mitarbeiter zu entnehmen. Wenn Zahlen offenkundig bis heute nicht so erhoben werden, dass sie vorgelegt werden können, fehlen Vergleichsmaßstäbe zu anderen Stadtverwaltungen und anderen Bereichen der Erwerbswelt. Insbesondere können weder Trends bestimmt, noch Schwerpunkte erkannt werden. Demzufolge sind auch keine Maßnahmen zur Verbesserung möglich, weil das Instrument fehlt, um Veränderungen zum Besseren oder Schlechteren hin feststellen zu können.

Frank Samirae, Ratsmitglied im Stadtrat von Bergisch Gladbach und Vorsitzender der Bürgerpartei GL, nimmt hierzu weiterhin Stellung:

„Wir halten die jetzige Situation für verantwortungslos. Wir beabsichtigen, das Thema im Rat zu besprechen und einen Antrag einzubringen, die Krankenstände statistisch zu begleiten mit der Perspektive, Verbesserungen dort zu finden, wo es möglich ist. Dazu müssen auch gegenüber dem Rat und seinen Ausschüssen Zahlen und Lösungsvorschläge dokumentierbar sein. Darauf werden wir drängen! Die Gesundheit der Mitarbeiter der Stadtverwaltung wird uns ein dauerhaftes Anliegen bleiben.“


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